Guppy
Der Guppy (Poecilia reticulata), auch Million Fish genannt, ist die quintessential Aquarienart — berühmt für unglaubliche Farbvielfalt, einfache Zucht und lebhafte Persönlichkeit.

Guppy
Der Guppy (Poecilia reticulata) ist wohl der berühmteste und am weitesten verbreitete Fisch in der Aquaristik-Geschichte. Ursprünglich ein bescheidener Wildtyp mit dezenter Färbung — Jahrzehnte selektiver Zucht verwandelten sie in ein Spektrum an Farben und Flossenformen.
„Lebendgebärende“ — gebären vollständig entwickelte, freischwimmende Larven statt Eier zu legen. Kombiniert mit extremer Robustheit und schnellem Fortpflanzungszyklus ergab das den Spitznamen „The Million Fish“.
Schwanzformen & Stammvielfalt
Moderne Guppys werden nach Schwanzform und Farbmustern kategorisiert. Beliebte Schwanzformen:
- Delta/Fan Tail: Große, gleichschenklige Dreiecksschwänze.
- Veil Tail: Lange, fließende, rechteckige Schwänze.
- Swordtail: Verlängerungen oben (Double Sword), unten (Bottom Sword) oder beides.
- Lyretail: Markantes „U“-förmiges Schwanzdesign mit spitzen Enden.
- Round/Spade Tail: Kürzere, natürlichere runde Schwänze.
Häufige Farbstämme: Snakeskin/Cobra (feine Rosettenmuster), Tuxedo (dunkle hintere Körperhälfte), Metal (irisierender, schimmernder Kopf).
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Guppys stammen aus Nordost-Südamerika und mehreren karibischen Inseln — Venezuela, Barbados, Trinidad und Tobago, Brasilien. Hoch anpassungsfähig in fast jedem Süßwasserhabitat — Hochgebirgsbäche bis Tieflandsümpfe und sogar Brackwasser-Mündungen. Weltweit eingeführt zur Mückenkontrolle — gierige Fresser von Insektenlarven.
Haltungsanforderungen
Guppys gelten oft als „kugelsicher“, haben aber eine spezifische Langzeit-Anforderung: hartes, alkalisches Wasser. Mineralien wie Calcium und Magnesium sind nötig. Moderne Fancy-Guppys in weichem, saurem Wasser führen oft zu „angeklemmten“ Flossen, Wirbelsäulendeformitäten und geschwächtem Immunsystem.
Mindestens 40 Liter (10 Gallonen) für eine kleine Gruppe. Gut bepflanzt (besonders feinblättrig wie Java-Moos für Larvenschutz), mäßige Strömung. pH 7,0–8,5 ideal. Gesellig — in Gruppen halten. Bei beiden Geschlechtern Verhältnis 2–3 Weibchen pro 1 Männchen, damit Weibchen nicht bis zur Erschöpfung belästigt werden.
Ernährung & Fütterung
Opportunistische Allesfresser. In der Natur: Algen, Detritus, kleine Insekten.
Im Aquarium fressen sie fast alles. Hochwertige Tropenflocken oder Mikro-Pellets als Basis. Stark von „grünem“ Futter mit Spirulina oder Algen sowie proteinreichen Leckerbissen wie Frost-Blutwürmern, Artemia und Daphnien profitieren. Kleine Mägen — kleine Portionen 1–2 Mal täglich.
Verhalten & Temperament
Außergewöhnlich friedlich, aktiv und neugierig. Meiste Zeit in oberer und mittlerer Wassersäule — ständige Interaktion und Erkundung. Friedlich, aber aktive Schwimmer — ständige Bewegung kann langsame, nervöse Fische manchmal stören.
Mitbewohner
Guppys passen in viele Gemeinschaftsbecken; Zucht kontrollieren und Flossenbeißer meiden. Kompatibilitäts-Hub und Paar-Guides:
| Ressource | Link | | -------- | ---- | | Guppy-Mitbewohner-Hub | /fish/guppy/tank-mates | | Guppy + Betta | /fish/betta-guppy | | Guppy + Neon tetra | /fish/neon-tetra-guppy | | Guppy + Adolfos cory | /fish/guppy-adolfos-cory | | Guppy + Angelfish | /fish/guppy-angelfish |
Tigerbarben, Serpae-Tetras und Fische groß genug zum Verschlucken oder Larvenfressen vermeiden.
Zucht
Zucht fast unvermeidlich bei beiden Geschlechtern. Männchen leicht am leuchtenderen Farbschema und modifizierten Afterflosse — Gonopodium — zur internen Befruchtung erkennbar. Eine Paarung kann dem Weibchen mehrere „Würfe“ Larven (20–60) über Monate ermöglichen. Für Larvenüberleben dichte Deckung wie Schwimmpflanzen (Wassersprite, Frogbit) oder Laichfalle — Adulte (inkl. Eltern) fressen Larven bereitwillig.
Häufige Gesundheitsprobleme
Größte Bedrohung moderner Guppys: Guppy Disease (Tetrahymena corlissi) — parasitisches Protozoon mit weißen Flecken, schwerer Atmung und schnellem Tod. Auch anfällig für „Lebendgebärenden-Krankheit“ (Pilz- oder Bakterieninfektionen oft durch weiches Wasser) und innere Parasiten (Abmagern). Hartes Wasser und hohe Hygiene sind die beste Vorbeugung.


















