Hap CH44: Haplochromis sp. 'Thick Skin'
Der Hap CH44 (Xystichromis phytophagus), auch Flameback Haplochromis genannt, ist ein lebhafter, hochaggressiver Buntbarsch aus dem Victoriasee – gefeiert als Überlebender eines verlorenen Ökosystems.

Hap CH44, oft „Thick Skin“-Hap oder Flameback Haplochromis genannt, ist einer der beliebtesten und farbenprächtigsten Buntbarsche aus dem Victoriasee-Becken. Die Männchen sind ein Farbenrausch: ein leuchtend rotes oder oranges Rückenfeld (daher „Flameback“), das in schillernd gelbgrüne Flanken mit kräftigen dunklen Querstreifen übergeht.
Diese Art ist nicht nur ein schönes Haustier, sondern eine Artenschutz-Erfolgsgeschichte. Im heimischen Victoriasee wurde sie durch den eingeschleppten Nilbarsch und Lebensraumzerstörung stark dezimiert. Viele Populationen von Xystichromis phytophagus gelten als in der Wildnis ausgestorben und überleben nur durch engagierte Aquarianer und Erhaltungsprogramme.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Hap CH44 stammt aus dem Victoriasee und umliegenden Gewässern in Ostafrika. Anders als die tiefen, felsigen Ufer des Malawisees oder Tanganjikasees findet man CH44 typischerweise in flacheren, bewachsenen Bereichen und zwischen Papyrus am Ufer. Oft sind sie mit felsigen Vorsprüngen verbunden, die Schutz und Nahrung bieten. Das Wasser im Victoriasee ist hart und alkalisch, wenn auch weniger „extrem“ als im Tanganjikasee.
Haltungsanforderungen
Dieser Buntbarsch braucht ein Setup, das seiner aktiven und durchsetzungsfähigen Natur entspricht. Mindestens 200 Liter sind für eine kleine Gruppe nötig. Das Aquarium sollte eine Mischung aus großen Felsen und Höhlen für Revierbildung haben, aber auch offene Schwimmfläche bieten.
Das Wasser muss hart und alkalisch bleiben, mit einem pH zwischen 7,8 und 8,6 und 24 °C bis 28 °C. Wie alle Victoriasee-Buntbarsche reagieren sie empfindlich auf schlechte Wasserqualität und Nitratansammlung; leistungsfähige Filterung und regelmäßige Wasserwechsel verhindern „Hole-in-the-Head“ und erhalten die leuchtenden Farben.
Ernährung & Fütterung
Trotz des Namens phytophagus (pflanzenfressend) ist Hap CH44 ein opportunistischer Allesfresser. In der Wildnis frisst er Algen („Aufwuchs“), Insektenlarven und kleine Krebstiere.
Im Aquarium frisst er gierig:
- Hochwertige Buntbarsch-Flocken oder -Pellets
- Spirulina-haltige Nahrung für Pflanzenanteil
- Gefrorene oder lebende Leckerbissen wie Blutwürmer, Mysis und Daphnia
Vermeide Überfütterung – er neigt zu Fettleibigkeit, was Gesundheit und Fortpflanzung beeinträchtigen kann.
Verhalten & Temperament
Hap CH44 ist berüchtigt aggressiv, besonders für seine Größe. Männchen sind stark territorial und verteidigen ihr Revier energisch gegen andere Männchen oder ähnlich aussehende Fische. Ideal ist ein Harem mit einem Männchen zu drei oder mehr Weibchen, um die Aggression zu verteilen. In gemischten Buntbarschbecken nur mit ebenso robusten, durchsetzungsfähigen Arten halten.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere „Victorian Haps“ oder ähnlich große afrikanische Buntbarsche aus dem Malawisee (besonders Mbuna oder Pfauenaugenbuntbarsche).
- Kribensis (in sehr großen Becken)
- Roter Juwel
- Synodontis-Welse
- Robuste Regenbogenfische
Meide friedliche Gemeinschaftsfische wie Tetras oder Guppys – sie werden belästigt oder gefressen. Halte sie auch nicht mit anderen Xystichromis- oder Haplochromis-Arten zusammen, die ähnlich aussehen – Hybridisierung oder extreme Aggression drohen.
Zucht
Sie sind mütterliche Maulbrüter. Das Männchen zeigt intensive Farben und führt das Weibchen zu einem flachen Stein oder einer Grube zum Laichen. Nach der Befruchtung nimmt das Weibchen die Eier ins Maul und trägt sie etwa 18–21 Tage. In dieser Zeit frisst es nicht. Die Jungfische können in ein separates Aufzuchtbecken gesetzt und mit fein zerriebener Flockennahrung oder Baby-Artemia gefüttert werden.
Häufige Gesundheitsprobleme
Bei passenden Wasserwerten sind sie relativ robust. Häufig sind Malawi Bloat (oft durch zu protein- und fettreiche Ernährung) und Hole-in-the-Head (schlechte Wasserqualität, Mineralmangel). Hoher pH, hoher KH und sauberes Wasser sind die beste Vorbeugung.


















