Hockeystick-Salmler: Nannostomus eques
Der Hockeystick-Salmler (Nannostomus eques) ist ein charmanter Nano-Fisch, berühmt für seinen außergewöhnlichen 45-Grad-Schwanz-nach-unten-Schwimmwinkel zur Tarnung als treibender Zweig.

Der Hockeystick-Salmler (Nannostomus eques), auch Brown Pencilfish oder Diptail Pencilfish genannt, gehört zu den einzigartigsten Verhaltensarten im Süßwasser-Hobby. Sein definierendes Merkmal ist die stationäre Haltung: Er schwimmt und ruht in konstantem 45-Grad-Schwanz-nach-unten-Winkel. Diese Haltung plus schlanker, dunkel gestreifter Körper ahmt perfekt ein Stück abgefallenes Holz oder einen treibenden Zweig nach – ausgezeichnete Tarnung vor Räubern von unten.
Im Aquarium werden sie wegen friedlichem Wesen und der Tendenz geschätzt, nahe der Wasseroberfläche zu schweben. In einer Gruppe erzeugt ihr synchroner, winkligter Schwimmstil einen faszinierenden, unverwechselbaren Anblick.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Nannostomus eques stammt aus den weiten Amazonas- und Orinoco-Becken in Brasilien, Kolumbien und Venezuela. Er lebt vor allem in langsam fließenden Schwarzwasser-Nebenflüssen, Überschwemmungswäldern (Igapó) und Sumpfgebieten. Diese Habitate haben wenig Licht, hohen Tannin-Gehalt (teegefärbtes Wasser) und viel schwimmende Vegetation und versunkene Äste.
Haltungsanforderungen
Der Hockeystick-Salmler ist relativ robust, gedeiht aber am besten in einem spezialisierten Schwarzwasser-Setup. Mindestens 60–75 Liter werden empfohlen; wichtiger als Tiefe ist große Oberfläche, da er fast die ganze Zeit im oberen Drittel verbringt.
Halte stabile Werte: pH 5,5 bis 7,0 (alkalisches Wasser langfristig ungeeignet) und 24 °C bis 28 °C. Schwimmende Pflanzen (wie Amazon Frogbit oder Salvinia) sind sehr empfehlenswert für Deckung von oben. Treibholz und getrocknetes Laub (Catappa- oder Eichenblätter) geben Tannine und ahmen saure Heimatgewässer nach.
Ernährung & Fütterung
In der Wildnis sind Hockeystick-Salmler Mikro-Räuber und fressen kleine Insekten, Larven und Zooplankton an oder über der Oberfläche.
In Gefangenschaft sind sie unkompliziert, haben aber sehr kleine Mäuler:
- Hochwertige, fein zerriebene Flocken und Mikro-Pellets
- Gefrorene Nahrung wie Baby-Artemia, Cyclops und Daphnia
- Lebendnahrung (besonders flügellose Fruchtfliegen oder kleine Larven) regt natürliches Oberflächenjagen an
Sie fressen langsam und bedächtig – füttere dort, wo aggressive Mitbewohner sie nicht übertrumpfen.
Verhalten & Temperament
Sie sind außergewöhnlich friedlich und gesellig. Sie MÜSSEN in einer Gruppe von mindestens 6–10 Tieren gehalten werden. Im Schwarm sind sie deutlich mutiger und bleiben in der Offenheit. Sie sind strikt nicht aggressiv und verbringen den Tag meist fast regungslos schwebend oder langsam „paddelnd“. Nachts verblassen die Tagesstreifen und ein gesprenkeltes „Nachtmuster“ aus dunklen Flecken verbessert die Tarnung im Schlaf.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche, ruhige Arten aus ähnlichen Lebensräumen:
- Andere Salmler-Arten
- Kleine Tetras (besonders Neon oder Kardinaltetra)
- Corydoras und kleine Loricariiden (Otocinclus)
- Apistogramma (Zwergbuntbarsche)
- Marienflosser
Meide aufdringliche oder aggressive Fische (größere Buntbarsche oder schnelle Barben), die sie einschüchtern oder an der Oberfläche beim Fressen übertrumpfen. Ihre Zartheit macht sie ungeeignet für Becken mit starker Strömung oder aggressiven Bewohnern.
Zucht
Nannostomus eques ist mäßig schwer zu züchten. Sie sind Eilaicher, die bevorzugt zwischen Wurzeln schwimmender Pflanzen oder dichtem Moos laichen. Ein separates Zuchtbecken mit sehr weichem, saurem Wasser (pH 5,5, dGH < 2) und wenig Licht ist nötig. Eltern nach dem Laichen entfernen. Die Larven sind winzig und brauchen zunächst Infusorien oder Flüssignahrung, später Baby-Artemia.
Häufige Gesundheitsprobleme
Sie sind bei saurem, sauberem Wasser meist krankheitsresistent. Ihre Hauptempfindlichkeit gilt plötzlichen Wasserwertänderungen und hohen Nitratwerten. Wie viele Wildform-Characinen können sie bei Stress an „Neon-Tetra-Krankheit“ oder Hautflöhen leiden. Stabiles Schwarzwasser-Umfeld, gute Filterung und niedrige Nitrate sichern Langlebigkeit.


















