Schweinsnasen-Brochis: Brochis multiradiatus
Der Schweinsnasen-Brochis (Brochis multiradiatus) ist ein riesiger, schwer gepanzerter Verwandter der Corydoras, berühmt für intensiven metallischen Smaragdglanz und verlängerten Rüssel.

Der Schweinsnasen-Brochis (Brochis multiradiatus), auch Long-snouted Brochis oder Emerald Brochis genannt (ein Name, den er mit dem kleineren Verwandten B. splendens teilt), ist der Riese unter den gepanzerten Welsen. Er ist definiert durch brillanten, metallisch smaragdgrünen oder tief türkisfarbenen Schimmer über den ganzen Körper inklusive Panzerplatten. Sein markantestes Merkmal ist der außergewöhnlich lange, nach unten geneigte „schweinsähnliche“ Rüssel und eine bemerkenswert hohe Rückenflosse mit 17 oder mehr Weichstrahlen – fast doppelt so viele wie bei Standard-Corydoras-Arten.
Im Aquarium werden sie wegen friedlichem Wesen und robustem „Panzerbecken“-Aussehen geschätzt. Obwohl Größe und schwere Panzerung einschüchternd wirken können, sind sie sanfte Riesen, die kooperativ im Substrat nach Nahrung wühlen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Brochis multiradiatus stammt aus dem oberen Amazonasbecken, speziell aus langsamen Flüssen und Überschwemmungsseen in Ecuador und Peru. Er lebt in Bereichen mit weichem, sandigem Substrat und viel organischem Material im Wasser. Das Wasser ist typischerweise weich, sauer bis neutral und durch zersetzendes Laub tanninhaltig.
Haltungsanforderungen
Der Schweinsnasen-Brochis ist robust, braucht aber wegen Größe und Sozialverhalten ein geräumigeres Becken als kleinere Corydoras-Verwandte. Mindestens 100 Liter werden empfohlen; eine größere Grundfläche ist besser für einen gesunden Schwarm.
Halte stabile Werte: pH 6,0 bis 7,5 und 22 °C bis 26 °C. Die wichtigste Voraussetzung ist weicher, sandiger Boden. Der lange Rüssel und empfindliche Barteln sind sehr sensibel; grober oder scharfer Kies kann Verletzungen und sekundäre bakterielle Infektionen verursachen. Das Becken sollte gut bepflanzt sein mit viel Treibholz und Höhlen für schattige Ruheplätze tagsüber.
Ernährung & Fütterung
Schweinsnasen-Brochis sind klassische bodennahe Allesfresser. In der Wildnis wühlt der lange Rüssel tief im Sand nach aquatischen Insekten, Würmern und kleinen Krebstieren.
In Gefangenschaft frisst er gierig und sollte bekommen:
- Hochwertige sinkende Wels-Pellets und -Tabletten
- Gefrorene Nahrung wie Blutwürmer, Mysis und Schwarze Würmer (sehr empfohlen)
- Lebendnahrung wann immer möglich für natürliches Wühlverhalten
- Ergänzung mit Algenwaffeln oder Repashy-Gel-Nahrung
Stelle sicher, dass Nahrung den Boden erreicht – lebhaftere Mittelwasserfische fressen oft alles, bevor es sinkt.
Verhalten & Temperament
Sie sind friedlich, gesellig und stark sozial. Für natürliches Verhalten und weniger Stress MÜSSEN sie in einem Schwarm von mindestens 6 Tieren gehalten werden. In der Gruppe sind sie selbstbewusst und aktiv, ruhen oft zusammen in „Haufen“ unter Treibholz. Sie sind völlig nicht aggressiv und passen auch zu den kleinsten, zartesten Mitbewohnern.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche Amazonas-Arten:
- Tetras, Rasboras und Marienflosser
- Zwergbuntbarsche (Apistogramma)
- Andere friedliche Welse (wie Corydoras oder Loricariids)
- Skalare und Diskus (wenn die Temperatur nicht zu hoch ist)
Meide zu aggressive oder große Raubfische, die sie als Beute sehen könnten – ihr schwerer Panzer und die Abwehrstacheln an den Brustflossen machen sie jedoch widerstandsfähiger als die meisten.
Zucht
Die Zucht von Brochis multiradiatus in Gefangenschaft gilt als schwierig und ist seltener als bei Standard-Corydoras. Sie sind Eilaicher und laichen typischerweise früh morgens nach großem, kühlem Wasserwechsel (simulierte Regenzeit). Das Weibchen trägt Eier zwischen den Bauchflossen und legt sie an breitblättrigen Pflanzen oder die Scheibe ab. Die Eltern betreuen nicht und sollten nach dem Laichen entfernt werden. Larven brauchen zunächst Infusorien und Mikrowürmer.
Häufige Gesundheitsprobleme
Sie sind meist robust. Sie reagieren aber empfindlich auf schlechte Substrathygiene. Abfallansammlung im Sand kann zu „Bartel-Erosion“ führen, bei der die Sinnesbarbeln abbauen. Sauberes Substrat durch regelmäßiges Absaugen und hohe Wasserqualität sind essenziell. Sie reagieren auch empfindlich auf Medikamente mit Kupfer oder hohen Salzkonzentrationen.


















