Honiggurami: Trichogaster chuna
Der Honiggurami (Trichogaster chuna) ist ein sanfter, goldener Labyrinthfisch, der kleiner, robuster und deutlich friedlicher ist als der gewöhnliche Zwerggurami.

Der Honiggurami (Trichogaster chuna), früher Colisa chuna, steht ganz oben auf der Liste perfekter Fische fürs friedliche Pflanzenaquarium. Anders als sein Verwandter, der Zwerggurami (Trichogaster lalius), ist der Honiggurami für außergewöhnliche Sanftmut und relative Resistenz gegen das „Dwarf Gourami Iridovirus“ bekannt. Er ist ein zarter Labyrinthfisch, der mit seinem spezialisierten Labyrinthorgan atmosphärische Luft atmen kann – ideal für sauerstoffarme, stehende Gewässer seiner Heimat.
Im Aquarium entwickeln Wildform-Männchen eine beeindruckende, tiefe honiggoldene Färbung, die beim Laichen in leuchtendes Rotorange übergehen kann, oft mit kontrastierendem dunkelblau-schwarzem Hals und Bauch. Beliebte „Sunset“- oder „Gold“-Zuchtformen behalten durchgehend ein gleichmäßiges, leuchtendes Gelb.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Trichogaster chuna stammt aus den Einzugsgebieten von Ganges und Brahmaputra in Indien und Bangladesch. Er lebt in flachen, trägen Gewässern wie Reisfeldern, überfluteten Gräben und langsam fließenden, stark bewachsenen Bächen. Diese Habitate sind oft „Schwarzwasser“ – weich, sauer und durch zersetztes organisches Material tanninhaltig.
Haltungsanforderungen
Der Honiggurami eignet sich ideal für Nano- und mittelgroße Aquarien. Mindestens 40–60 Liter reichen für ein Paar. Er schwimmt langsam und kann von starker Strömung eingeschüchtert werden – sanfte Filterung (wie ein Schwammfilter oder gedämpfter Hängerfilter) ist vorzuziehen.
Halte stabile Werte: pH 6,0 bis 7,5 und 22 °C bis 28 °C. Das Becken sollte stark bepflanzt sein mit viel Oberflächendeckung und Sichtabschirmung. Schwimmende Pflanzen (wie Amazon Frogbit oder Salvinia) sind wichtig für Sicherheit und unverzichtbar für Männchen beim Bau des Schaumnests.
Ernährung & Fütterung
Honigguramis sind Generalisten-Allesfresser. In der Wildnis nutzen sie fadenartige Bauchflossen (umgewandelt zu sensiblen „Fühlern“), um durch trübes Wasser zu tasten und kleine Wirbellose sowie Insektenlarven zu finden.
In Gefangenschaft sind sie leicht zu füttern:
- Hochwertige Tropenflocken und Mikro-Pellets
- Gefrorene Nahrung wie Blutwürmer, Artemia und Daphnia (sehr vorteilhaft für Farbe)
- Gelegentlich Lebendnahrung wie flügellose Fruchtfliegen oder Baby-Artemia
Sie fressen bedächtig und werden von hektischeren Schwarmfischen wie Danios oder manchen Barben leicht überboten.
Verhalten & Temperament
Sie sind friedlich und etwas scheu. Am besten als Paar oder kleine Gruppe (1 Männchen zu 2+ Weibchen). Anders als viele Guramis tolerieren Männchen einander meist, solange kein Schaumnest verteidigt wird. Sie verbringen viel Zeit zwischen Pflanzenblättern und erkunden mit ihren „Fühlern“ die Umgebung und Mitbewohner.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner müssen klein und friedlich sein:
- Kleine Tetras (Neon, Kardinal, Ember)
- Rasboras (Harlekin, Chili)
- Corydoras und Otocinclus
- Garnelen (sehr kleine Jungtiere können jedoch verspeist werden)
- Friedliche Schmerlen (Kuhli-Schmerlen)
Meide „Flossenbeißer“ wie Tigerbarben oder sehr lebhafte, schnelle Fische, die sie übertrumpfen oder mit ständiger Aktivität stressen. Große oder aggressive Buntbarsche passen nicht.
Zucht
Honigguramis sind Schaumnestbauer. Das Männchen baut ein Nest aus schleimumhüllten Blasen zwischen schwimmenden Pflanzenblättern. Beim Laichen „umarmt“ das Männchen das Weibchen unter dem Nest. Nach Eiablage und Befruchtung vertreibt das Männchen das Weibchen und betreut allein die Eier, fächelt sie und repariert das Nest. Die Larven schlüpfen in etwa 24–36 Stunden und sind extrem klein – zunächst Infusorien oder „Grünwasser“, später Baby-Artemia.
Häufige Gesundheitsprobleme
Sie sind relativ robust, reagieren aber empfindlich auf hohe Nitratwerte und schlechte Wasserqualität. Da sie atmosphärische Luft atmen, muss die Luft über der Wasseroberfläche warm und feucht sein, um das Labyrinthorgan zu schützen. Gelegentlich sind sie anfällig für „Oodinium“ (Samt) und bakterielle Infektionen bei mangelnder Pflege.


















