Waben-Treibholzwels: Centromochlus perugiae
Der Waben-Treibholzwels (Centromochlus perugiae) ist ein miniaturer, stark gemusterter Wels mit auffälligem Netzmuster und einzigartiger innerer Befruchtung.

Der Waben-Treibholzwels (Centromochlus perugiae), manchmal der Gattung Duringlanis zugeordnet, ist ein faszinierender Nano-Wels mit enorm viel Persönlichkeit auf winzigem Raum. Er ist leicht erkennbar am spektakulären, kontrastreichen „Waben“-Muster aus schwarzen Netzlinien auf cremeweißer oder blassgelber Grundfarbe. Anders als viele langsame Welse ist der Waben-Treibholzwels ein „Fressrausch“-Spezialist – tagsüber strikt nachtaktiv, nachts aber ein Wirbel chaotischen, schnellen Schwimmens, sobald Futter ins Wasser fällt.
Im Aquarium werden sie wegen einzigartigem Aussehen und bizarrer Fortpflanzungsbiologie geschätzt. Sie gehören zu den wenigen Siluriformen (Welsen), die innere Befruchtung praktizieren – das Männchen nutzt eine modifizierte Afterflosse zur Befruchtung des Weibchens.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Diese Art stammt aus Amazonas- und Orinoco-Becken, speziell aus langsamen Flüssen und Waldbächen in Ecuador, Peru und Kolumbien. Sie lebt vor allem in der „Treibholz-Zone“ – verworrenen Massen versunkener Äste und Wurzeln entlang der Ufer. Tagsüber quetschen sie sich in die engsten Spalten verrottenden Holzes und kommen nur bei völliger Dunkelheit heraus.
Haltungsanforderungen
Der Waben-Treibholzwels ist relativ robust, hat aber sehr spezifische Verhaltensbedürfnisse. Mindestens 75 Liter werden empfohlen; eine größere Grundfläche mit geringer Höhe ist ideal. Die wichtigste Voraussetzung sind ausreichende Verstecke. Sie MÜSSEN enge PVC-Rohre, hohles Treibholz oder „Wels-Höhlen“ haben. Sie sind extrem gesellig und fühlen sich nur sicher, wenn sie sich eng zusammen „stapeln“ können.
Halte stabile Werte: pH 6,0 bis 7,5 und 24 °C bis 28 °C. Filterung sollte effizient sein, aber übermäßige Strömung vermeiden. Getrocknetes Laub (wie Catappa-Blätter) ahmt das natürliche Schwarzwasser-Umfeld nach.
Ernährung & Fütterung
Waben-Treibholzwelse sind spezialisierte Mikro-Räuber. In der Wildnis fressen sie terrestrische Insekten, die ins Wasser fallen, und kleine aquatische Larven.
In Gefangenschaft kann die Fütterung wegen strikter Nachtaktivität knifflig sein:
- Hochwertige sinkende Carnivore-Pellets (nach Licht aus)
- Gefrorene Nahrung wie Blutwürmer, Mysis und Schwarze Würmer
- Lebendnahrung (Daphnia, Cyclops) regt hektisches Oberflächenfressen an
- Wichtig: Sie sind „Bolzen“-Fresser – fressen sehr schnell und kehren sofort ins Versteck zurück. Stelle sicher, dass sie genug bekommen, bevor aktivere Mittelwasserfische alles wegfressen.
Verhalten & Temperament
Sie sind friedlich und stark gesellig. Für natürliches Verhalten und weniger Stress halte eine Gruppe von 6 oder mehr. Tagsüber siehst du sie vermutlich nicht – sie sitzen fest in Holz oder Rohren. Sobald blaue „Nachtlichter“ angehen und Futter kommt, werden sie unglaublich aktiv und rasen überraschend schnell durchs Becken. Sie sind völlig nicht aggressiv und passen auch zu den kleinsten, zartesten Mitbewohnern.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche Amazonas-Arten:
- Tetras, Rasboras und Marienflosser
- Salmler
- Andere kleine, friedliche Welse (Corydoras, Otocinclus)
- Zwergbuntbarsche (Apistogramma)
Meide sehr große oder aggressive Fische, die sie verschlingen könnten – sie sind klein und relativ schutzlos außerhalb ihrer Höhlen.
Zucht
Die Zucht von Centromochlus perugiae ist faszinierend. Wie erwähnt praktizieren sie innere Befruchtung. Das Männchen hat eine modifizierte Afterflosse, ein Andropodium. Nach der Paarung kann das Weibchen Sperma mehrere Tage speichern, bevor es befruchtete Eier in einer sicheren Spalte oder auf einer flachen Fläche ablegt. Die Eier schlüpfen in 2–4 Tagen; die Larven sind relativ groß, brauchen aber feine Nahrung wie Baby-Artemia und zerriebene Flocken.
Häufige Gesundheitsprobleme
Sie sind meist robust. Sie reagieren aber empfindlich auf äußere Parasiten und Hautflöhe bei schlechter Wasserqualität. Als „schuppenlose“ Welse sind sie sehr empfindlich gegenüber Medikamenten mit Kupfer oder Salz – immer halbe Dosen für diese Arten. Stelle sicher, dass ihr Unterschlupf (Treibholz oder Rohre) sauber und ohne scharfe Kanten ist, um Verletzungen der empfindlichen Haut zu vermeiden.


















