Schwebende Zebraschmerle: Yunnanilus cruciatus
Die schwebende Zebraschmerle (Yunnanilus cruciatus) ist eine winzige, lebhaft gestreifte Nano-Schmerle aus Vietnam, berühmt für ihr Mittelwasser-Schwebverhalten und kühne tigerähnliche Bänder.

Die schwebende Zebraschmerle (Yunnanilus cruciatus), oft vietnamesische Mehrband-Schmerle oder Rosy Loach genannt (Rosy Loach bezeichnet meist Y. sp. „rosy“), ist ein Juwel der Nano-Aquaristik. Anders als die meisten Schmerlen, die am Substrat kleben, ist diese Art ein Mittelwasser-Spezialist. Sie schwimmt einzigartig und „schwebt“ häufig auf der Stelle oder gleitet mühelos durch die Wassersäule — ähnlich wie ein Tetra oder ein Rasbora. Der Körper trägt eine auffällige Reihe dunkler Querstreifen — oft 10 bis 15 — über einer schimmernden goldenen oder silbernen Basis.
Im Aquarium schätzt man sie wegen ihres friedlichen Wesens und ihrer sehr aktiven, neugierigen Persönlichkeit. Mit nur etwa 4 cm Länge eignen sie sich perfekt für hochwertige Aquascapes und Desktop-Becken.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Trotz des Gattungsnamens stammt Yunnanilus cruciatus aus Zentralvietnam, aus Flüssen und Küstenbächen der Annamitischen Berge. Er lebt in langsam fließendem, klarem Wasser mit reichlich Wasserpflanzen und weichem, sandigem oder schluffigem Substrat. Die Lebensräume sind oft von überhängendem Walddach beschattet — kühl und stabil.
Pflege & Haltung
Die schwebende Zebraschmerle ist gesellig und braucht ein durchdachtes Becken. Für einen Schwarm sind mindestens 10–12 Gallonen (45 L) nötig. Sie reagieren empfindlich auf schlechte Wasserqualität und schwankende Werte — ein eingefahrenes, gut gefiltertes Setup ist Pflicht.
Halte stabile Werte: pH 6,0 bis 7,5 und eine Temperatur etwas kühler als typische Tropenbecken, ideal 20°C bis 26°C (68°F bis 79°F). Das Becken sollte stark bepflanzt sein mit feinblättrigen Arten wie Rotala, Myriophyllum oder Moosen, die Schutz bieten und Mikroorganismen beherbergen, die sie gern jagen. Gedämpftes Licht und etwas Treibholz helfen, den Waldbach-Ursprung nachzubilden.
Ernährung & Fütterung
Diese Art ist vor allem Mikroräuber. In der Natur jagt sie winzige Wasserwirbellose, Insektenlarven und Zooplankton zwischen den Pflanzen.
In Gefangenschaft braucht sie kleines, hochwertiges Futter:
- Hochwertige Mikro-Pellets und zerdrückte Flocken
- Frostfutter (Baby-Artemia, Cyclops und Daphnien)
- Kleines Lebendfutter wie frisch geschlüpfte Artemia oder Mikrowürmer
- Hinweis: Als Mittelwasserschwimmer finden sie Futter am Boden nicht immer — schwimmendes oder langsam sinkendes Futter ist besser.
Verhalten & Temperament
Sie sind tief sozial und friedlich. Um das volle natürliche Schwebverhalten zu sehen und Stress zu reduzieren, MÜSSEN sie in einem Schwarm von mindestens 8–10 Tieren gehalten werden. In größeren Gruppen zeigen sie faszinierende Sozialdynamik und werden deutlich mutiger. Sie sind völlig unaggressiv und können mit den kleinsten Nano-Fischen und Ziergarnelen (wie Neocaridina) gehalten werden.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche Nano-Arten:
- Himmelsperlen-Danios (CPDs)
- Chili-Rasboras und andere Boraras-Arten
- Zwerggarnelen und Schnecken
- Kleine, friedliche Welse (Otocinclus oder Pygmy Corydoras)
Halte sie nicht mit großen, aktiven oder aggressiven Fischen, die diese winzigen Schmerlen leicht einschüchtern oder fressen könnten.
Zucht
Die Zucht von Yunnanilus cruciatus im Heimaquarium ist möglich, aber selten. Sie sind Eierstreuer. Für Laichansatz dichte Moosmatten oder Laichmopps bereitstellen und den Schwarm mit hochwertigem Lebendfutter konditionieren. Die Eltern betreuen nicht — sie fressen wahrscheinlich jedes gefundene Ei; separates Laichbecken oder ein stark moosbewachsenes „Dschungel“-Setup ist nötig für Jungfischüberleben.
Häufige Gesundheitsprobleme
Nach Eingewöhnung sind sie robust, reagieren aber empfindlich auf osmoregulatorischen Stress bei stark unterschiedlichen Wasserparametern. Immer langsam per Tropfmethode akklimatisieren. Wie alle Schmerlen haben sie sehr kleine Schuppen und reagieren empfindlich auf kupferhaltige Medikamente und Salz. Niedrige Nitrate und stark bepflanztes Wasser sind der Schlüssel zur langfristigen Gesundheit.


















