Wanam-Regenbogenfisch: Glossolepis wanamensis
Der Wanam-Regenbogenfisch (Glossolepis wanamensis) ist ein kritisch bedrohtes Smaragd-Juwel aus Papua-Neuguinea — bekannt für sein extremes „hochrückiges“ Profil und seinen strahlenden, irisierenden Grünschimmer.

Der Wanam-Regenbogenfisch (Glossolepis wanamensis), auch Smaragd-Regenbogenfisch genannt, ist eine Art von tiefer Schönheit und tragischer Seltenheit. Endemisch in einem einzigen kleinen See in Papua-Neuguinea, zeichnet er sich durch seine außergewöhnliche smaragdgrüne Irisdenz und den stark „gekielten“ oder komprimierten Körper aus. Adulte Männchen sind ein architektonisches Wunder — massive vertikale Höhe relativ zur Länge, oft mit schimmerndem metallischem Grün oder Bronze-Glanz, der in der Balz intensiviert wird. Da er kritisch bedroht ist (in der Wildnis möglicherweise ausgestorben durch invasive Arten), hat der Wanam-Regenbogenfisch immensen Erhaltungswert und braucht einen engagierten Aquarianer, um sein genetisches Erbe in Gefangenschaft zu bewahren.
Im Aquarium sind sie raffinierte, unermüdliche Schwimmer. Sie bevorzugen offenes Wasser in der Beckenmitte, wo ihre irisierenden grünen Schuppen im Licht aufleuchten, während sie in lockeren, koordinierten Schwärmen ziehen.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Glossolepis wanamensis ist strikt endemisch im Wanam-See, einem kleinen, kreisförmigen Vulkansee nahe Lae in der Morobe Province von Papua-Neuguinea. Der See hat kristallklares, alkalisches Wasser mit durchschnittlich pH 7,8 bis 8,2 und einem Boden aus feinem Schlamm und Wasserpflanzen. In der Wildnis lebt er in flachen Bereichen mit dichtem Vallisneria- und Ceratophyllum-Wuchs. Sein Lebensraum wurde schwer durch eingeschleppte Tilapia und Karpfen beeinträchtigt — Aquarienpopulationen sind die letzte Bastion der Art.
Haltungsanforderungen
Der Wanam-Regenbogenfisch ist empfindlich und braucht makellose Wasserqualität und spezifische alkalische Werte. Mindestens 150 Liter sind für eine kleine Gruppe nötig.
Halte stabile Werte: pH 7,5 bis 8,2 und 24 °C bis 28 °C. Wie sein Verwandter aus dem Kutubu-See muss er in hartem, alkalischem Wasser gehalten werden; weiche oder saure Bedingungen führen zu schnellem Gesundheitsverfall und Farbverlust. Das Aquarium muss gut beleuchtet sein, um Pflanzenwuchs zu fördern und den Smaragdschimmer zu zeigen. Schwere Bepflanzung hinten (besonders Vallisneria) und weite offene Bereiche vorne zum Schwimmen sind essenziell. Er ist aktiv und braucht ein langes Becken für schnelle Ausbrüche.
Ernährung & Fütterung
Er ist ein opportunistischer Allesfresser, der Oberflächeninsekten und Mikrokrebse frisst.
In Gefangenschaft braucht er eine abwechslungsreiche, hochwertige Ernährung:
- Meeresbasierte Flocken und Pellets als Grundnahrung.
- Er liebt Lebend- oder Frostfutter: Mysis-Garnelen, angereicherte Artemia und Blutwürmer.
- Regelmäßig auch pflanzliche Kost: Spirulina-Flocken oder feiner Algenfilm.
- Tipp: Für den einzigartigen smaragdgrünen „Glanz“: vielfältige Proteine. Er frisst an Oberfläche und in der Mitte.
Verhalten & Temperament
Er ist strikt friedlich und sozial. Er MUSS in einer Gruppe von mindestens 6 bis 8 Individuen gehalten werden, um sich sicher zu fühlen und beste Farben zu zeigen. In einer gesunden Gruppe führen Männchen periodisch aufwendige „Sparring“-Schauen durch — im Kreis mit voll gespreizten Flossen und maximaler grüner Irisdenz. Er passt zu vielen Mitbewohnern, sofern diese die hohe Energie eines Regenbogenfisch-Schwarms und hartes Wasser vertragen.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind friedliche Arten mit gleichen alkalischen Anforderungen:
- Andere Regenbogenfische (wie Boesemani oder Lacustris)
- Mittelgroße Regenbogenfisch-Verwandte (Blauaugen)
- Corydoras (auf Sand)
- Friedliche Barben oder Danios
- Ancistrus (Antennenwelse)
Meide aggressive oder großmäulige Räuber — der Wanam-Regenbogenfisch ist relativ klein und friedlich.
Zucht
Die Zucht des Wanam-Regenbogenfisches ist ein lohnender Beitrag zum Überleben der Art. Er ist ein kontinuierlicher Eierstreuer. Laichen ist in einer gesunden, gut gefütterten Gruppe meist täglich. Er legt klebrige Eier zwischen feinblättrigen Pflanzen oder Laichmopps. Für gezielte Erhaltungszucht solltest du Laichmopps täglich in ein separates Schlübecken legen. Die Larven schlüpfen in etwa 7 bis 10 Tagen und sind extrem klein — die erste Woche Infusorien oder „flüssiges“ Larvenfutter, danach Baby-Artemia.
Häufige Gesundheitsprobleme
Das Hauptrisiko ist Empfindlichkeit gegenüber Nitraten und Wasserschwankungen. Er ist auch anfällig für Mykobakteriosen und Columnaris bei Vernachlässigung oder saurer Haltung. Hartes, alkalisches, kristallklares Wasser mit hoher Sauerstoffversorgung ist der einzige Weg, damit der strahlende „Smaragd des Wanam-Sees“ im Hobby überlebt.


















