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Lakritz-Gurami: Parosphromenus deissneri

Das Lakritz-Gurami (Parosphromenus deissneri) ist ein winziges, irisierendes Meisterwerk der Torfsümpfe — bekannt für seine markanten Schwarz-Creme-Streifen und die elektrisch blau-roten Flossenränder dominanter Männchen.

Studio Scaped
Lakritz-Gurami: Parosphromenus deissneri

Das Lakritz-Gurami (Parosphromenus deissneri) ist ein Juwel für echte Schwarzwasser-Spezialisten. Es zeichnet sich durch den eleganten, gestreiften Körper und die spektakulären irisierenden blauen und kirschroten Ränder an Rücken-, Bauch- und Schwanzflosse reifer Männchen aus. Das ist kein Fisch fürs Standard-Gemeinschaftsbecken; es ist ein hoch spezialisierter Überlebenskünstler nur in extrem sauren Bedingungen. Für engagierte Aquarianer bietet das Lakritz-Gurami Einblick in eines der bedrohtesten Ökosysteme der Erde — den Torfsumpf-Wald — und belohnt geduldige Beobachter mit komplexer Balz und leiser, schimmernder Schönheit in der Nano-Welt.

Water TypeFreshwater
Temp24-28°C
DietMicro-predator
Size3-4 cm

Im Aquarium ist es die Definition von „Schattenbewohner“. Es bewegt sich flatternd und fast regungslos nahe dem Substrat oder tief in Laub, scannt mit großen Augen nach winziger lebender Beute.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Parosphromenus deissneri ist auf den Inseln Bangka und Belitung in Indonesien heimisch. Es ist ein obligater Schwarzwasser-Spezialist in trägen, teegefärbten Bächen und stehenden Pfützen der Torfsumpf-Wälder. Diese Habitate haben nahezu null Mineralgehalt und extreme Säure (oft unter pH 4,0), tief mahagonifarben durch massive Ansammlung verrottenden Laubs und eingesunkenen Holzes. Wegen Palmöl-Plantagen verschwindet der Lebensraum rapide — verantwortliche Hobbyhaltung und Zucht sind kritisch für den Erhalt.

Haltungsanforderungen

Das Lakritz-Gurami ist eine hoch anspruchsvolle Art mit präziser Wasserchemie. 45 Liter sind ideal für ein Paar oder kleines Harem.

Halte extreme Schwarzwasser-Werte: pH 3,5 bis 6,0 und extrem niedrigen TDS, ideal unter 30 ppm. RO-Wasser mit nahezu null Härte ist Pflicht. Das Aquarium MUSS eine dicke Schicht botanischem Laub haben (Indische Mandelblätter, Buche oder Eiche) für Huminsäuren und Tannine. Starkes Licht meiden; schwimmende Pflanzen und dichte Mooshaufen (Java-Moos oder Weihnachtsmoos) für gefleckten Schatten. TIPP: Hoch empfindlich gegenüber Nitratansammlung — sanfte Filterung und sehr häufige, kleine Wasserwechsel.

Ernährung & Fütterung

Es ist strikt Mikroräuber und nimmt fast nie verarbeitete Flocken oder Pellets.

Überleben im Aquarium hängt von ständigem Lebendfutter ab:

  • Lebende Baby-Artemia, Cyclops und Daphnia sind die zuverlässigsten Optionen.
  • Auch lebende Grindalwürmer oder fein gehackte Blutwürmer.
  • Tipp: „Sicht“-Jäger — ignoriert oft unbewegtes Futter. Als langsamer, scheuer Fresser ideal in Artbecken, damit es nicht übertrumpft wird.
  • Sehr kleine Mägen — 2–3 winzige Lebendfutter-Portionen täglich.

Verhalten & Temperament

Es ist friedlich, aber extrem scheu. Viel Zeit im Schatten; volle irisierende Farben nur bei völliger Sicherheit. Männchen verteidigen kleine „höhlenartige“ Territorien (oft unter einem Blatt oder in einer kleinen Keramikröhre) und führen Weibchen in der Balz dorthin. Am besten in spezielles Nano-Setup oder mit anderen sehr sanften Schwarzwasser-Arten.

Mitbewohner

Geeignete Mitbewohner sind auf extrem friedliche, kleine Schwarzwasser-Arten beschränkt:

  • Schokoladen-Guramis (Sphaerichthys osphromenoides)
  • Kleine Boraras (Chili-Rasbora, Phoenix-Rasbora)
  • Kleine Corydoras (wie Pygmaeus oder Hastatus)
  • Die meisten Ziergarnelen (Larven können gefressen werden)

Meide jegliche lebhafte oder aggressive Fische. Selbst „friedliche“ Guppys oder große Tetras können zu aktiv sein und das Lakritz-Gurami dauerhaft versteckt halten.

Zucht

Die Zucht des Lakritz-Guramis ist der Höhepunkt des Hobbys. Es sind Höhlenbrüter (manchmal „versteckte Blasennester“). Das Männchen baut ein kleines Blasennest in einer Höhle oder unter einem breiten Blatt. Nach komplexem „Kopf-nach-unten“-Balztanz legt das Weibchen wenige Eier ins Nest; das Männchen übernimmt die gesamte Brutpflege bis die Larven frei schwimmen. Larven brauchen Infusorien oder Paramecien für die ersten Tage, danach kleinste frisch geschlüpfte Artemia.

Häufige Gesundheitsprobleme

Das Hauptrisiko sind bakterielle oder Pilzinfektionen durch unzureichende Säure oder hohe Nitrate. In „saubererem“ oder höher-pH-Wasser schwächt sich das Immunsystem massiv. Auch anfällig für Oodinium (Samt) bei Stress. Extreme Weichwasser-Werte und ständige frische botanische Tannine sind der einzige Weg für das exquisite Lakritz-Gurami.

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