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Lippenstift-Barbe: Desmopuntius rhomboocellatus

Die Lippenstift-Barbe (Desmopuntius rhomboocellatus) ist ein Juwel südostasiatischer Schwarzwässer — berühmt für ihr leuchtendes Orange und die charakteristischen rautenförmigen schwarzen „Lippenstift“-Zeichnungen.

Studio Scaped
Lippenstift-Barbe: Desmopuntius rhomboocellatus

Die Lippenstift-Barbe (Desmopuntius rhomboocellatus), auch Diamant-Fersenbarbe genannt, ist eine der visuell markantesten und begehrtesten Cypriniden im Hobby. Sie zeichnet sich durch den lebendigen, leuchtenden orange-bronzenen Körper und 4–5 kräftige, dunkelgrüne bis schwarze rautenförmige Flecken entlang der Flanken aus. Der Name „Lippenstift-Barbe“ bezieht sich auf konzentriertes rötliches Pigment um Mund und Kiemen bei dominanten Männchen. Anders als die gewöhnliche Tigerbarbe ist die Lippenstift-Barbe außergewöhnlich friedlich — Premium-Wahl für hochwertige Aquascapes und Schwarzwasser-Setups.

Water TypeFreshwater
Temp23-28°C
DietOmnivore
Size5-6 cm

Im Aquarium ist sie die Definition von „kontrollierter Bewegung“. Sie ist ein eng verbundener Schwarmfisch im gefleckten Licht gut bepflanzter Becken, wo Kupferschimmer und dunkle Rauten starken Kontrast zu grünem Laub und dunklem Substrat bilden.

Natürlicher Lebensraum & Herkunft

Desmopuntius rhomboocellatus ist endemisch auf Borneo (Zentral- und Südkalimantan). Sie ist spezialisierte Schwarzwasser-Bewohnerin in trägen Waldbächen und Torfsumpf-Rändern — extrem weiches, hoch saures, tief tanninhaltiges Wasser durch eingesunkene Wurzeln, Äste und Laub. In der Wildnis im Schatten überhängender Vegetation, wo sie kleine Wirbellose, Insektenlarven und organischen Detritus sucht.

Haltungsanforderungen

Die Lippenstift-Barbe ist mittelschwer, weil sie empfindlich gegenüber Wasserchemie-Schwankungen reagiert und spezifische Bedingungen für beste Farben braucht. Mindestens 75 Liter für einen Schwarm.

Halte stabile Werte: pH 5,0 bis 7,0 und 24 °C bis 28 °C. Das Aquarium MUSS weiches, saures Wasser haben, um Torfsumpf-Ursprünge nachzubilden. Treibholz, Indische Mandelblätter und Torffilterung werden dringend empfohlen für Huminsäuren und Tannine. TIPP: Scheu bei hellem Licht — schwimmende Pflanzen (Salvinia oder Froschbiss) für Schatten. Farben wirken in hartem Wasser oder unter intensivem Direktlicht ausgewaschen.

Ernährung & Fütterung

Sie ist opportunistischer Allesfresser mit vielfältigem organischem Material und winzigen Wasserorganismen.

In Gefangenschaft ist sie nicht wählerisch, braucht aber abwechslungsreiche Ernährung für intensiven Orange-Bronze-Glanz:

  • Karotinoid-angereicherte Flocken und Mikro-Pellets (Spirulina oder Krill) als Grundnahrung.
  • Häufiges Lebend- oder Frostfutter: Daphnia, Cyclops und Baby-Artemia.
  • Tipp: Große, harte Brocken meiden — relativ kleines Maul; sie „picken“ lieber treibende Partikel in der Wassersäule.
  • Gelegentlich fein gehackter blanchierter Spinat oder Gurke für Ballaststoffe.

Verhalten & Temperament

Sie ist friedlich und sozial. Sie MUSS in Schwärmen von mindestens 6 bis 10 Individuen gehalten werden; in kleineren Zahlen wird sie extrem scheu und verliert durch Stress die lebendige Färbung. Kein aggressiver Beißer — sicher für langflossige Mitbewohner (Bettas oder Guramis). Innerhalb des Schwarms interessante Hierarchien — dominante Männchen zeigen intensivstes „Lippenstift“-Rot und schimmerndes Bronze.

Mitbewohner

Geeignete Mitbewohner sind friedliche Weichwasser-Arten:

  • Rasboras (Harlekins, Lammkoteletts)
  • Kleine Tetras (Glühlicht-, Neonsalmler)
  • Zwergbuntbarsche (Apistogramma)
  • Schokoladen- oder Funkelguramis
  • Corydoras und kleinere Schmerlen (wie Kuhli-Schmerlen)

Meide sehr große, aggressive Räuber oder lebhafte Fische (größere Barben oder Regenbogenfische), die beim Fressen übertrumpfen oder den scheuen Schwarm stressen.

Zucht

Die Zucht von Lippenstift-Barben in Gefangenschaft ist möglich, braucht aber präzise Wasserqualitätskontrolle. Sie sind Eierstreuer. Laichpaar oder kleine Gruppe in separates Becken mit sehr weichem Wasser (GH 1–3) und pH ~5,5, viel feinblättrigen Pflanzen oder Moos. Nach morgendlichem Laichritual Eltern sofort entfernen. Larven sind extrem klein — die erste Woche Infusorien oder „flüssiges“ Larvenfutter, danach frisch geschlüpfte Baby-Artemia.

Häufige Gesundheitsprobleme

Hoch empfindlich gegenüber plötzlichen pH- oder Nitrat-Änderungen — kann zu stressbedingtem Ich oder Pilzinfektionen führen. Ein stabiles, eingefahrenes Becken mit konsequenter Pflege ist der beste Weg, damit die schimmernde „Diamant-Fersen“-Lippenstift-Barbe ein lebendiger, leuchtender Teil deines Borneo-Biotops bleibt.

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