Harrow-Kardinalbarsch: Sphaeramia orbicularis
Der Harrow-Kardinalbarsch (Sphaeramia orbicularis), auch Orbiculate Cardinalfish genannt, ist ein einzigartiger, nachtaktiver Meeresfisch mit kreisförmigem Körper und friedlichem Wesen.

Der Harrow-Kardinalbarsch (Sphaeramia orbicularis), oft Orbiculate Cardinalfish oder Mangrove Cardinalfish genannt, ist eine faszinierende, robuste Ergänzung fürs Meerwasseraquarium. Er ist durch seine ungewöhnliche „orbikuläre“ Körperform definiert – fast so hoch wie lang – und große, ausdrucksstarke Augen, typisch für nachtaktive Lebensweise. Die Färbung ist ein raffiniertes Spiel aus silbrig-grau und oliv, mit einem markanten dunklen Querband in der Körpermitte und kleinen dunklen Punkten am Hinterkörper.
Im Aquarium werden sie wegen ihres friedlichen Wesens und der Tendenz geschätzt, in der Wassersäule zu schwärmen. Anders als viele andere Kardinalbarsche, die gegen Artgenossen aggressiv sein können, ist der Orbiculate meist sehr gesellig und sorgt für ruhige, stetige Präsenz im Riff- oder Gemeinschaftsbecken.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Sphaeramia orbicularis ist im tropischen Indowestpazifik weit verbreitet, von Ostafrika bis zu den Line Islands. Am häufigsten findet man ihn in geschützten, flachen Gewässern – besonders in und um Mangrovensümpfe, Estuaries und ruhige Lagunen. Tagsüber schweben sie in großen Gruppen zwischen Mangrovenwurzeln oder unter Felsüberhängen und werden nachts aktiv, um kleine Krebstiere und Zooplankton zu jagen.
Haltungsanforderungen
Der Harrow-Kardinalbarsch gehört zu den robusteren Kardinalbarschen im Hobby. Mindestens 120 Liter reichen für eine kleine Gruppe. Wegen seines natürlichen Lebensraums schätzt er vertikale Struktur – hohe Felsstelen oder „Mangroven-Stil“-Treibholz – und Bereiche mit weniger Licht, in denen sie tagsüber bequem schweben können.
Halte Standard-Meerwasserparameter: pH 8,1 bis 8,4 und 24 °C bis 28 °C. Sie sind keine starken Schwimmer und bevorzugen schwache bis mäßige Strömung, wie in den ruhigen Mangroven ihrer Heimat.
Ernährung & Fütterung
Als nachtaktive Räuber liegt ihre Ernährung vor allem auf Protein. Sie sind Mikro-Carnivore und fressen Zooplankton und kleine benthische Wirbellose.
Im Aquarium solltest du hochwertige, abwechslungsreiche Nahrung anbieten:
- Gefrorene Mysis-, Artemia und Daphnia
- Hochwertige marine Carnivore-Flocken oder kleine Pellets
- Fein gehackte Meeresfrüchte (Garnelen oder Muscheln)
Da sie nachts am aktivsten sind, lohnt sich oft eine Fütterung kurz nach dem Licht aus oder früh morgens – die meisten Tiere lernen jedoch schnell, auch tagsüber zu fressen.
Verhalten & Temperament
Der Harrow-Kardinalbarsch ist außergewöhnlich friedlich. Er gehört zu den wenigen Meeresarten, die wirklich in einer Gruppe (Schwarm) gedeihen – halte 3–5 oder mehr, um natürliches Verhalten zu sehen. Er ist nicht territorial aggressiv und ignoriert andere Beckenbewohner meist. Am aktivsten ist er nachts und in der Dämmerung; tagsüber schwebt er oft fast regungslos im Schatten von Felsen oder Pflanzen.
Mitbewohner
Geeignete Mitbewohner sind andere friedliche Riffbewohner:
- Andere Kardinalbarsche (wie Banggai oder PJ Cardinalfish)
- Schleimfische und Grundeln
- Mandarinfische und Feuerfische
- Friedliche Lippfische
- Seepferdchen (da sie ebenfalls schwache Strömung bevorzugen)
Meide große, aggressive Räuber (wie Feuerfische oder große Zackenbarsche), die den langsam schwimmenden Kardinalbarsch als leichte Beute sehen. Sie sind 100 % riffsicher und schädigen Korallen oder sessile Wirbellose nicht.
Zucht
Wie viele andere Kardinalbarsche ist der Harrow-Kardinalbarsch ein väterlicher Maulbrüter. Nach geheimem Laichen trägt das Männchen die befruchteten Eier etwa 8–10 Tage im Maul, bis sie schlüpfen. In dieser Zeit frisst es nicht. Zucht in Gefangenschaft ist möglich, aber anspruchsvoll, da die Larven extrem klein sind und spezialisierte Lebendnahrung wie Rötierchen oder frisch geschlüpfte Copepoden brauchen.
Häufige Gesundheitsprobleme
Sie sind meist robust, aber die großen Augen können bei schlechter Wasserqualität anfällig für Pop-eye oder bakterielle Infektionen sein. Aggressive Mitbewohner, die sie in der tagsüberigen Ruhephase stressen, können ebenfalls problematisch sein. Stressarme Umgebung und hohe Wasserqualität sind die beste Vorbeugung.


















