Koi-Feenlippfisch: Cirrhilabrus solorensis
Der Koi-Feenlippfisch (Cirrhilabrus solorensis) ist ein kaleidoskopisches Meisterwerk aus Indonesien — geschätzt für mehrfarbige, koi-ähnliche Schuppen und seine aktive, riffsichere Persönlichkeit.

Der Koi-Feenlippfisch (Cirrhilabrus solorensis), auch Rotkopf- oder Solor-Feenlippfisch genannt, ist ein lebendiger Farbtupfer im Aquarium. Heimat sind die nährstoffreichen Strömungen Indonesiens. Prägend ist seine außergewöhnliche, kaleidoskopische Palette: ein tiefroter oder feueroranger Kopf, der in ein schimmerndes Gelb oder cremeweißes Mittelstück übergeht und in einem reichen Blau oder Violett am Hinterkörper endet. Der Name „Koi“ kommt von diesem gescheckten, mehrfarbigen Look, der hochwertige Zierkarpfen nachahmt. Ein weiteres Markenzeichen sind die markanten rot umrandeten Augen, die dem Fisch einen wachen, intensiven Ausdruck geben. Für Meerwasseraquarianer ist der Koi-Feenlippfisch ein blendendes und robustes Highlight, das unermüdliche Bewegung und raffinierte Schönheit ins Riff bringt.
Im Aquarium sind sie aktiv, mutig und energiegeladen. Die Scheu vieler Tiefwasser-Lippfische fehlt ihnen; oft stehen sie in der offenen Wassersäule und huschen zwischen Korallenköpfen auf Futtersuche. Sie gelten als bemerkenswert lernfähig und erkennen schnell den Fütterungsrhythmus — oft auch ihren Pfleger.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Cirrhilabrus solorensis ist im Indopazifik heimisch, besonders um die Inseln der Floressee und des Solor-Archipels in Indonesien. Sie bewohnen klare, korallenreiche seewärtige Riffflanken und geschützte Lagunen in 5 bis 40 Metern Tiefe. Oft stehen sie in Bereichen mit mäßiger bis starker Strömung und suchen in lockeren Schwärmen Zooplankton, das über das Riff geweht wird. Die leuchtenden Farben dienen der sozialen Signalgebung im hellen Flachwasser ihrer indonesischen Heimatriffe.
Haltungsanforderungen
Der Koi-Feenlippfisch gehört zu den robusteren Feenlippfischen und eignet sich gut für ein gepflegtes Riffsystem. Empfohlen sind mindestens etwa 200 Liter (50 Gallonen) für das aktive Schwimmverhalten.
Halte stabile Meerwasserwerte: pH 8,1 bis 8,4, Spezifisches Gewicht 1,020 bis 1,025, Temperatur 24°C bis 27°C (75°F bis 81°F). Das Becken muss sicher abgedeckt sein (dicht schließender Deckel); wie alle Feenlippfische sind sie kraftvolle, instinktive Springer und passen durch erstaunlich kleine Lücken. Ideal ist eine Mischung aus offenem Schwimmraum und einem komplexen „Spielplatz“ aus lebendem Gestein mit Tunneln und Überhängen zum Ruhen in der Nacht. Hohe Sauerstoffversorgung und mäßige Strömung sind essenziell.
Ernährung & Fütterung
Sie sind aktive Fleischfresser und fressen in der Natur vor allem Zooplankton in der Wassersäule.
In Haltung brauchen sie abwechslungsreiche, proteinreiche Kost:
- Hochwertige Meerwasserpellets und -flocken als Basis.
- Häufig fleischiges Frostfutter: Mysis, angereicherte Artemia und fein gehackte Meeresfrüchte.
- Tipp: Der Stoffwechsel ist hoch — besser 2–3 kleine Portionen am Tag als eine große.
- Vitaminanreicherung (z. B. Selcon) auf dem Futter hilft, die außergewöhnlichen Farben zu halten.
Verhalten & Temperament
Sie sind friedlich und sehr gesellig, können aber gegenüber ähnlich geformten oder gefärbten Feenlippfischen territorial werden. Am besten hältst du einen einzelnen Männchen oder einen „Harem“ (ein Männchen, mehrere Weibchen). Männchen zeigen spektakuläres „Flashing“: intensivere Farben und gespreizte Flossen, um Weibchen zu beeindrucken oder Rivalen abzuschrecken. Sie sind vollständig riffsicher und belästigen weder Korallen noch Muscheln noch kleine Ziergarnelen. Tagsüber aktiv („diurnal“), keilen sie sich nachts im Gestein ein und schlafen in einem schützenden Schleimkokon.
Mitbewohner
Geeignet sind andere friedliche bis halbaggressive Riffarten:
- Doktorfische (z. B. Zebrasoma-Arten)
- Anemonenfische
- Fahnenbarsche (Anthias)
- Schleimfische und Grundeln
- andere, nicht konkurrierende Lippfische (z. B. Flasher-Wrasses)
Meide stark aggressive Drückerfische oder große Räuber, die den Lippfisch als Beute sehen könnten.
Zucht
Die Zucht von Cirrhilabrus solorensis im Heimaquarium ist selten und komplex. Sie sind protogyne Hermaphroditen: alle werden als Weibchen geboren, das dominanteste Tier einer Gruppe wechselt zum Männchen. Als pelagische Laicher steigen sie in der Dämmerung („Laichaufstieg“) auf und geben Gameten in die Wassersäule ab. Die Aufzucht der winzigen, schwimmfähigen Larven braucht spezialisiertes Lebendfutter und präzise Kontrolle — derzeit jenseits der meisten Hobbyisten.
Häufige Gesundheitsprobleme
Das Hauptproblem sind Verletzungen durch Springen oder Kollisionen mit der Scheibe, wenn sie erschrecken. Bei Stress durch schlechte Wasserqualität oder aggressive Mitbewohner sind sie anfällig für Meeres-Ich und Velvet. Sicherer Deckel, proteinreiche Ernährung und ein stressarmes Riff sind der beste Weg, damit die kaleidoskopischen „Koi“-Muster von Cirrhilabrus solorensis ein Markenzeichen deines Meerwasseraquariums bleiben.




























