Kole-Doktorfisch (Gelbaugen-Doktorfisch): Ctenochaetus strigosus
Der Kole-Doktorfisch (Ctenochaetus strigosus) ist der „Utility Player“ des Riffaquariums — berühmt für gelb umrandete Augen und unermüdliches Abschaben von Algenfilm von Fels und Glas.

Der Kole-Doktorfisch (Ctenochaetus strigosus), auch Gelbaugen- oder Gefleckter Borstenzahn-Doktorfisch, ist vielleicht der utilitaristischste Bewohner des Meerwasseraquariums. Aus den vulkanischen Riffen Hawaiis — elegante Zurückhaltung: tief burgunder- oder schokoladenbrauner Körper mit feinem Lavendel-Streifen- und Tupfennetz. Ikone: strahlend gold-gelber Augenring — stets wach und fokussiert. Im Gegensatz zu blattalgen-weidenden Doktorfischen: „Borstenzahn“-Spezialist mit kamartigen Zähnen zum Absaugen von Algenfilm, Detritus und Kieselalgen von Live Rock und Glas.
Unermüdliche Arbeiter — 99 % der Wachzeit rhythmisches „Küssen“ am Gestein, charakteristische Lippenabdrücke. Riff-Putztruppe gegen unschönen Algenfilm.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Ctenochaetus strigosus ist endemisch auf Hawaii und Johnston Atoll. Sehr häufig auf flachen, sonnendurchfluteten Riffflachen und abfallenden Hängen in 1–50 m. Hohe Lichtintensität, kräftige Strömung — schnelles Wachstum des dünnen Algenfilms. Hawaii-Export oft mit hohen Pflegestandards — resilienter Doktorfisch fürs Hobby.
Pflegeanforderungen
Robust, braucht hohe Belüftung und massive Weidefläche. Mindestens 300 Liter (75 Gallons) für ein Adultes.
Stabile Werte: pH 8,1–8,4, SG 1,020–1,025, 24–27 °C (75–81 °F). Umfangreiche Live-Rock-Struktur maximiert „Schabfläche“. Starke Strömung hält Detritus in Suspension. Empfindlich gegenüber Streuströmen und schlechter Qualität — HLLE-Risiko.
Ernährung & Fütterung
Spezialisierte Detritus- und Algenfilm-Schaber. Kein schwerer Darm für große Blattalgen wie beim Gelben Doktorfisch.
Konstant Grünfutter:
- Spirulina-Flocken und -Pellets als Basis.
- MUSS getrocknetes Nori mehrmals wöchentlich — bevorzugt aber „Film“ auf Glas statt große Blätter.
- Gelegentlich Mysis oder Artemia — Ergänzung.
- Tipp: Wenig Grünalgen auf Rückglasscheibe = kontinuierliche Naturweide.
Verhalten & Temperament
Friedlich zu Nicht-Doktorfischen, heftig territorial zu anderen Doktorfischen, besonders Ctenochaetus. Standard-Heimbecken: nur ein Kole. Aktiv, selten still. Meist riffsicher — kann beim Film-Schaben Korallenbasis anknabbern. Beobachtet als Erster neue Besatztiere.
Mitbewohner
Friedliche bis halbaggressive Riffarten:
- Clownfische
- Lippfische (Feen-, Flasher-)
- Fahnenbarsche
- Schleimfische und Grundeln
- Große Tetras (massive Systeme)
Keine anderen Borstenzahn-Doktorfische (Tomini, Squaretail) in kleinen Becken — endlose Revierkämpfe.
Zucht
Zucht im Aquarium außerordentlich selten. Paarlaicher steigen in der Dämmerung hoch in die Wassersäule. Lange Larvenstadien mit spezialisierter „Acronurus“-Phase — schwer im Labor oder Hobby nachzubilden. Meist Wildfang unter nachhaltigen Hawaii-Programmen.
Häufige Gesundheitsprobleme
Hauptsächlich HLLE — oft Mangel an Vitamin A und C oder schlechte Qualität. Hoch anfällig für Marine Ich und Oodinium. Vitaminreiche herbivore Ernährung, makellose, sauerstoffreiche Umgebung — strahlendes Gelbaugen und fleißige Arbeit bleiben Riff-Highlight.


















