Dicklippiger Gurami: Trichogaster labiosa
Ein 10 cm großer Labyrinthfisch — robuster und ruhiger als der Zwerggurami und deutlich weniger anfällig für Iridovirus. Ein wirklich guter Blickfang im Gemeinschaftsbecken.

Dicklippiger Gurami
Der Dicklippige Gurami, wissenschaftlich Trichogaster labiosa, ist ein faszinierender Süßwasserfisch — bekannt für markant volle, prominente Lippen und leuchtende Färbung. Diese Art zeigt oft Pastelltöne in Blau und Grün, betont durch irisierende Akzente, die im Licht schimmern und ihn zum optischen Blickfang in jeder Aquarieneinrichtung machen. Schönheit und neugierige Persönlichkeit machen ihn zu einer bevorzugten Wahl unter Aquarianern. Besonders bemerkenswert ist das Labyrinthorgan: Er kann Luft an der Oberfläche atmen und ist dadurch robuster bei schwankenden Wasserbedingungen — ein Merkmal, das Einsteiger und erfahrene Fischhalter gleichermaßen interessiert.
In der Aquaristik zählt der Dicklippige Gurami nicht nur als bewundertes Schautier wegen seiner markanten Erscheinung, sondern auch als charmante Präsenz im Gemeinschaftsbecken. Dieser Fisch ist relativ robust und anpassungsfähig und eignet sich für eine Reihe aquaristischer Richtungen. Sein ruhiges Wesen und sanftes Temperament begeistern alle, die Ruhe in ihren Aquascapes schätzen und so ein friedliches Umfeld fördern, in dem Fische und Pflanzen harmonisch gedeihen können.
Natürlicher Lebensraum & Herkunft
Der Dicklippige Gurami stammt aus Süßwasserökosystemen Südostasiens — vor allem Thailand, Laos und Kambodscha. Er bewohnt langsam fließende Flüsse, Seen und Sümpfe, oft mit dichter Vegetation. Die Gewässer sind typischerweise weich und sauer und gelten wegen hoher Huminsäure- und Gerbstoffgehalte aus zersetzendem Pflanzenmaterial als Dunkelbeziehungsweise Schwarzwasser. Dieser Lebensraum prägt Verhalten, Ernährung und Gesundheit — gute Gründe, ihn im Heimaquarium nachzubilden.
In der Heimat leben Dicklippige Guramis zwischen untergetauchten Pflanzen, Schwimmvegetation und beschattetem Wasser und können sich bei Bedarf zurückziehen. Diese Umweltfaktoren sind überlebenswichtig; in der Haltung mit vielen Verstecken förderst du Wohlbefinden und natürliches Verhalten.
Haltungsanforderungen
Bei der Pflege des Dicklippigen Guramis sind passende Wasserwerte für Gesundheit und Langlebigkeit entscheidend. Ideal: pH 6,0 bis 7,5 und Temperatur 24°C bis 28°C (75°F bis 82°F). Die Härte sollte bei 5 bis 15 °dGH liegen, um den Naturlebensraum gut nachzubilden. Zur Einrichtung empfiehlt sich eine Mindestbeckengröße von 75 Litern (20 Gallonen) für ausreichend Schwimmraum.
Als Bodengrund eignet sich ein weiches Sandbett — Graben ist typisches Verhalten. Das Aquarium sollte gedämpft beleuchtet sein; Schwimmpflanzen verstärken den natürlichen Eindruck. Wasserpflanzen wie Javafarn und Anubias steigern die Optik und bieten zusätzliche Verstecke, die Stress senken und Komfort fördern.
Ernährung & Fütterung
Dicklippige Guramis sind Allesfresser mit vielfältiger Kost in Wildnis und Haltung. Sie gedeihen mit ausgewogener Ernährung aus hochwertigen Flocken, Sinkpellets sowie Frost- oder Lebendfutter wie Artemia, Blutwürmern und Wasserflöhen. Abwechslung deckt den Nährstoffbedarf, intensiviert die Färbung und stützt die Gesundheit. Empfohlen: zwei- bis dreimal täglich kleine Portionen, die in wenigen Minuten verzehrt werden — so vermeidest du Überfütterung und schützt die Wasserqualität.
Pflanzliches Material wie blanchierter Spinat oder Zucchini ist ebenfalls sinnvoll. Das befriedigt natürliche Futtersuchinstinkte und ergänzt die allesfressende Kost um Ballaststoffe und essenzielle Nährstoffe.
Verhalten & Temperament
Dicklippige Guramis gelten als friedlich und können gesellig sein — geeignet für Gemeinschaftsaquarien. Sie bevorzugen kleine Gruppen; halte sie paarweise oder in kleinen Schwärmen, damit sie sich sicher und weniger gestresst fühlen. Stark aggressiv sind sie nicht, doch Männchen können besonders in der Laichzeit territorial werden und leichte Rangeleien untereinander auslösen — meist handhabbar.
Die Position im Becken prägt das Verhalten: Dicklippige Guramis sind vorwiegend Mittel- bis Bodenbewohner und nutzen auch den vertikalen Raum. Reichlich Unterstände wie Höhlen und Pflanzen erlauben Revierbildung und senken Stress. Durch das Labyrinthorgan zeigen sie auffälliges Oberflächenverhalten und schnappen oft nach Luft.
Mitbewohner
Bei Mitbewohnern für den Dicklippigen Gurami solltest du Arten mit ähnlichen Ansprüchen und Temperament wählen. Ideal sind friedliche Süßwasserfische wie Salmler (z. B. Neonsalmler, Kardinalsalmler), Bärblinge, Panzerwelse und andere Guramis wie der Zwerggurami. Diese Arten leben harmonisch zusammen, beleben die Gemeinschaft und halten Stress und Aggression niedrig.
Zu meiden sind aggressive oder stark territoriale Fische wie Buntbarsche oder große, wilde Arten wie Sumatrabarben — sie erzeugen unnötigen Stress und Konflikte. Auch Flossenzupfer solltest du ausschließen, denn sie können den Dicklippigen Gurami verletzen oder chronisch stressen.
Zucht
Die Nachzucht des Dicklippigen Guramis kann lohnend sein, braucht aber spezielle Bedingungen. Die Fische zeigen Schaumnest-Verhalten: Das Männchen baut an der Oberfläche ein Nest aus feinem Pflanzenmaterial und Luft. Leicht saures Wasser und viel Schwimmvegetation helfen dem Männchen, das Nest zu verankern — Schutz für die Eier.
Beim Ablaichen lockt das Männchen das Weibchen ins Nest; Eier werden abgegeben, befruchtet und vom Männchen ins Nest gebracht. Nach dem Laichen entfernst du das Weibchen, damit es die Eier nicht frisst. Die Inkubation dauert typischerweise etwa 24 bis 36 Stunden; danach schwimmen die Jungfische frei und können Infusorien oder fein zerriebene Flocken bekommen. Erfolgreiche Zucht braucht Geduld und sorgfältige Beobachtung.
Häufige Gesundheitsprobleme
Dicklippige Guramis können für einige bei Süßwasserfischen gängige Probleme anfällig sein. Häufig ist Ichthyophthirius multifiliis (Ich) — eine parasitäre Infektion, oft durch Stress oder plötzliche Wasserwertänderungen ausgelöst. Regelmäßige Wasserchecks und stabile Werte vorbeugen Ausbrüchen. Auch Flossenfäule kommt vor, meist durch schlechte Wasserqualität oder Verletzungen. Sauberes Wasser und passende Bedingungen sind entscheidend gegen bakterielle Ausbrüche. Als Labyrinthfische atmen sie an der Oberfläche; kalte Zugluft über einem offenen Becken kann Atemwegsreizungen und erkältungsähnliche Leiden auslösen. Anders als Zwergguramis (Trichogaster lalius), die häufig unter dem Zwerggurami-Iridovirus (DGIV) leiden, sind Dicklippige Guramis deutlich robuster und gegen DGIV weitgehend immun. Abgedecktes Becken, warme stabile Temperaturen und nährstoffreiche Kost halten deine Guramis vital und in ihren schönsten Pastelltönen.























